Aktuelles

The Wholeness Work – 74. ECA Fachartikel

Imaginative Ganzheitsarbeit im Grenzgebiet von Achtsamkeit und Gelassenheit, Meditation und Spiritualität.

Von Dr. Ludger Brüning

Der Ansatz

Der neue Ansatz der US-amerikanischen Therapeutin Dr. Connirae Andreas schafft einen Brückenschlag über höchst subjektive Erfahrungsbereiche hinweg und bietet einen strukturierten Pfad nachhaltiger Veränderungsarbeit, der sich als zentrale Coaching-Methode, als ergänzendes Tool oder auch als angeleitete Einübung zur Stärkung der Selbstwirksamkeit von Coachees nutzen lässt.

Achtsamkeit kann eine Kraft, Spiritualität eine Stärke sein. Sinnhaftigkeit und medizinischer Nutzen von Achtsamkeitsarbeit und Meditation wurden längst aufgezeigt und im westlichen Kulturkreis werden beide Erfahrungsbereiche zum Teil auch eigenständig und ohne religiös-weltanschauliche Einbettung genutzt. So kann Achtsamkeit etwa als Voraussetzung und Basis von Emotionaler Intelligenz, im weiteren Sinn auch von Salutogenese und Resilienz gesehen werden. Umgekehrt führen Achtsamkeitsarbeit und Meditation in höchst subjektive Erfahrungsbereiche, bei denen abklärende Beschreibungsversuche leicht an ihre Grenzen gelangen. Dementsprechend wird manches in verheißungsvolle Metaphern gefasst und werden umgekehrt Präzisierungsversuche durch strukturierte Anleitungen schnell mit Verwunderung als einengende Verzerrung wahrgenommen. Auch der Einbezug fernöstlicher Traditionslinien ist nur bedingt hilfreich. Es gibt letztlich eine Vielzahl möglicher Auslegungen und Bedeutungen, die sich in der kulturgeschichtlichen, rezeptionsgeschichtlichen und anwendungsspezifischen Entwicklung ergaben und sich in der Breite der Publikationen zu Achtsamkeit, Meditation, Spiritualität, Awakening, Erleuchtung, Einssein, Ganzsein und Kongruenz widerspiegelt….

6. Januar 2021 / by / in ,
Brücken bauen statt Mauern: Emotionscoaching im Jahr 2030

Ein ECA Fachartikel von Dirk W.  Eilert

Sie haben einen wichtigen Termin in der Innenstadt. Sie sprechen in Ihre Smartwatch: „Taxi bitte!“ Fünf Minuten später steht ein selbstfahrendes Auto vor Ihrer Haustür. Als Sie gerade Ihre Wohnung verlassen wollen, fragt eine freundliche Stimme: „Wann bist du wieder da? Ich würde dann wie jeden Abend warmes Wasser in die Badewanne einlassen.“ Sie antworten: „Heute Abend nicht, Siri.“ Die Tür fällt hinter Ihnen zu. Im Gehen rufen Sie noch „Bitte schließ die Tür ab“. Sieht so der Alltag im Jahr 2030 aus? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wirklich in die Zukunft sehen kann niemand. Wir können nur erahnen, was vor uns liegt. Und: Wir können unsere Zukunft proaktiv beeinflussen – jeder Einzelne von uns, gemeinsam gelingt dies aber noch viel mehr. Doch um sie zu gestalten, müssen wir wissen, in welcher Zukunft wir leben möchten. Eine Frage, die in unserer von Veränderung und Digitalisierung geprägten Welt immer wichtiger wird. Vor allem im zwischenmenschlichen Bereich kann die technische Entwicklung Folgen haben, die wir uns nicht wünschen: Wollen Sie zum Beispiel in einer Welt leben, in der Ihre Brille die Emotionen anderer Menschen liest? Vielleicht klingt dies erst einmal verlockend. Doch unser Gehirn funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Use it or lose it. So wie heute kaum noch jemand eine Straßenkarte lesen kann, weil ein Computer uns die Navigation im Straßenverkehr abnimmt. So laufen wir auch Gefahr, wichtige soziale Fähigkeiten wie Empathie zu verlieren, wenn wir sie blind an technische Helfer delegieren. In diesem Beitrag möchte ich Sie einladen, Coaching neu zu denken. Sich Gedanken zu machen, wie Coaching als Dienstleistung in zehn Jahren aussehen soll. Denn als Coach bestimmen Sie genau dies mit – durch Ihr Denken und Handeln im Heute.

Ich beschäftige mich mittlerweile seit über 20 Jahren mit Coaching und Strategien der persönlichen Veränderung, insbesondere im Bereich des Emotionscoachings. Ende der 1990er Jahre lernte ich NLP, die Neurolinguistische Programmierung. Eine Intervention, die es mir besonders angetan hatte, war die „schnelle Phobietechnik“ (auch als visuell-kinästhetische Dissoziation bekannt). Bei dieser Technik zur Auflösung von blockierenden Emotionen, wie z.B. Ängsten, sieht der Klient sich selbst vor seinem inneren Auge sitzend in einem Kinosaal, wie er von dort aus sein Selbst auf der Leinwand von außen betrachtet, wie er eine emotional stressende Situation erlebt. Dieser in doppelter Dissoziation erlebte innere Film wird dann zurückgespult. Mit dieser Intervention habe ich Anfang der 2000er Jahre in Coachings sehr erfolgreich Hunderte von Ängsten aufgelöst. Dann lernte ich 2001 wingwave® kennen – eine Coachingmethode, deren Hauptintervention in der Stimulation schneller Augenbewegungen besteht. Dabei folgt der Klient den Handbewegungen des Coaches. Auch damit erzielte ich sehr schnelle und nachhaltige Erfolge. 2003 lernte ich bei Fred Gallo die energetische Psychologie kennen. Eine Methode, die über das Klopfen auf bestimmte Punkte am Körper blockierende Emotionen auflöst. Auch wenn ich anfangs skeptisch war, so funktionierte auch dies hervorragend in der Arbeit mit meinen Klienten. In den folgenden Jahren konzentrierte ich mich zwar auf die Arbeit mit wingwave – sowohl als Coach als auch als Lehrtrainer in 120 Ausbildungen zum wingwave-Coach, die ich in den letzten 12 Jahren mit weit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gegeben habe –, aber eine Frage blieb: Wie kann es sein, dass es ebenso wirkt, wenn ich meine Klienten darum bitte, einen inneren Film zurück zu spulen, mit ihren Augen den Bewegungen meiner Hand zu folgen oder auf bestimmte Punkte an Körper zu klopfen? Was ist der gemeinsame Wirkfaktor?

Eine Frage, die mich sicherlich nicht zuletzt bewegt, weil ich neben anderen Ausbildungen auch NLP-Lehrtrainer bin. Die Suche nach gemeinsamen Wirkfaktoren ist die „Seele“ der Neurolinguistischen Programmierung. Diese Frage bewegt mich aber auch aus persönlichen Gründen. Ich bin in Berlin aufgewachsen, im Westteil der Stadt in unmittelbarer Nähe zur Berliner Mauer. Mein Onkel, der Bruder meines Vaters, lebte mit seiner Familie in Ost-Berlin. Alle zwei bis drei Monate besuchten wir sie. Als Kind konnte ich nicht verstehen, warum wir eine Grenze passieren mussten, um unsere Familie zu besuchen. Ich erinnere mich noch heute an den 9. November 1989, ein Donnerstag. Damals war ich 12 Jahre alt. Es war 23:22 Uhr als ich im Wohnzimmer die Stimme meines Cousins hörte. Ich hatte schon geschlafen. Als ich aufstand und ins Wohnzimmer ging, traute ich meinen Augen nicht. Ich bekomme noch heute Gänsehaut, wenn ich an diesen Moment denke. Vielleicht war es dieser Augenblick, der mein Denken prägte, sodass ich seit jeher automatisch Dinge vernetze und verknüpfe, mich frage: Was ist die Verbindung zwischen den Dingen? Und dass ich ebenso sehr betroffen bin, wenn ich die Gesellschaft und Weltpolitik betrachte und bemerke, wie Mauern statt Brücken in den Köpfen und Herzen gebaut werden. Dies fällt mir auch im Coachingmarkt immer wieder auf. Hier braucht es dringend ein Umdenken, einen Perspektivwechsel.

Die Wissenschaft hat mittlerweile auf die Frage nach den übergeordneten Wirkfaktoren erfolgreicher Veränderung spannende Antworten gefunden. Denn neue Erkenntnisse, vor allem der Gehirnforschung, enthüllen immer klarer, warum bestimmte Interventionen im Coaching wirken – wie zum Beispiel die schnellen Augenbewegungen, die auch im EMDR Anwendung finden. Die Studienergebnisse sind sehr faszinierend und spannend – und haben die Art und Weise, wie wir Emotionscoaching verstehen und anwenden, bereits heute stark verändert. Zu verstehen, warum und wie genau bestimmte Interventionen so wirkungsvoll sind, hilft, als Emotionscoach gezielt und flexibel am Klienten orientiert neue Interventionen zu entwerfen und noch punktgenauer sowie effektiver zu arbeiten. Die neuronalen Prozesse zu begreifen, die in einem erfolgreichen Emotionscoaching ablaufen, ermöglicht es Ihnen, als Emotionscoach effektiver und nachhaltiger zu arbeiten. Denn wie bereits der renommierte deutsche Psychotherapieforscher Klaus Grawe 2004 formulierte: Psychotherapie wirkt, wenn sie wirkt, darüber, dass sie das Gehirn verändert. Diese Aussage gilt ebenso für ein erfolgreiches Coaching allgemein und ein wirksames Emotionscoaching im Besonderen. Doch wie lässt sich solch eine Veränderung möglichst leicht, effektiv und nachhaltig erreichen?

Bild: Eilert AkademieDie wissenschaftliche Forschung hat in den letzten Jahren vor allem fünf Wirkfaktoren entdeckt, die eine erfolgreiche Veränderung im Coaching ausmachen. Diese lauten:

Therapeutische“ Allianz: Die essentielle Grundlage jedes Emotionscoachings ist die Qualität der Beziehung zwischen Coach und Klient. Das Arbeitsbündnis, häufig als „therapeutische“ Allianz bezeichnet, gilt in der Forschung als der wichtigste übergeordnete Wirkfaktor jeglicher Veränderungsarbeit – unabhängig vom methodischen Ansatz.

Relational-motivationale Klärung: Coach und Klient entwickeln anhand eines fundierten Modells ein Verständnis dafür, wie der Klient sein Thema kognitiv und emotional repräsentiert. Es geht darum, die individuelle Problemstruktur zu verstehen, um so die passende Intervention auszuwählen.

Aktivierung von Ressourcen: Der Coach hilft dem Klienten vorhandene emotionale Ressourcen aufzuspüren und für den Veränderungsprozess nutzbar zu machen. Dies ist einer der zentralen Schritte im Emotionscoaching und in jeder anderen wirkungsvollen Veränderungsarbeit.

Core-Aktivierung: Core-Aktivierung bedeutet: Das emotionale Kernthema des Klienten wird in der Coachingsitzung mit den damit einhergehenden Emotionen, Gedanken und Körperempfindungen aktiviert und damit erlebbar wie veränderbar gemacht.

Emotionsregulation: Die Emotionsregulation schließt sich organisch an die Aktivierung des emotionalen Kernthemas an: Mittels Interventionen, die auf den aktuellsten Erkenntnissen der Gehirn- und Emotionsforschung aufbauen, werden dysfunktionale emotionale Blockaden aufgelöst, sodass der Klient seine Emotionen wieder als Kraftquelle erfährt.

Aufbauend auf diesen fünf Wirkfaktoren habe ich 2018 den emTrace®-Emotionscoaching-Ansatz entwickelt. TRACE steht dabei für ein Akronym, mit dem Sie sich die fünf oben genannten Wirkfaktoren leicht merken können. Ich spreche hier bewusst von Coachingansatz und nicht von Methode. Denn meine Vision für das Coaching, wie wir es 2030 betrachten werden, ist integrativ und methodenübergreifend. Dazu möchte ich mit emTrace einen Beitrag leisten. Ich verstehe es deshalb als integrativen Kurzzeit-Emotionscoaching-Ansatz, der sich an vier Leitwerten orientiert. Diese bilden das Fundament des emTrace-Coachings und der konsequenten und methodenübergreifenden Weiterentwicklung des Ansatzes:

  • Wirksamkeit: Wir konzentrieren uns auf die Erkenntnisse und Coachingtechniken, die effektiv, leicht und nachhaltig die gewünschte Veränderung beim Klienten erzielen.
  • Wissenschaftlichkeit: Wir bauen auf die Inhalte und Modelle, deren Wirksamkeit und Stimmigkeit in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurden.
  • Integration: Wir suchen nach den gemeinsamen Wirkfaktoren unterschiedlicher Coachingmethoden – also nach den verbindenden Elementen, welche die Wirksamkeit trotz unterschiedlicher Herangehensweisen erklären. In diesem Sinn versteht sich emTrace als integrativer Emotionscoaching-Ansatz.
  • Innovation: Wir vertrauen neben der Wissenschaft ebenso auf kreative Experimentierfreudigkeit, um so aufgrund der praktischen Coachingerfahrungen, emTrace als integrativen Ansatz konsequent weiterzuentwickeln.

Allzu oft erlebe ich am heutigen Coachingmarkt eine starke Begrenzung und Fixierung auf bestimmte Verfahren – statt auf Wirkfaktoren und Leitwerte. Doch ist es dem Klienten nicht letztlich egal, mit welcher Methode er sein Ziel erreicht? Kein Klient interessiert sich für eine Methode. Klienten kommen ins Coaching, weil sie sich eine kompetente und fundierte Begleitung wünschen, von Mensch zu Mensch. Hier gilt es häufig, dass eigene Ego als Coach und eine eventuelle Methodenverliebtheit zurückzustellen. Zugunsten des Klienten und der Wirksamkeit des Coachings. Denn je besser das Coaching auf den Klienten und seine Bedürfnisse wie konkreten Ziele ausgerichtet ist, desto wirksamer ist es. Möchten Sie sich als Mensch und in Ihrer Kompetenz als Coach entwickeln und im Sinne Ihrer Klienten coachen, hören Sie auf Ihr Herz und halten Sie sich am besten fern von dogmatischen Sichtweisen, die sagen, nur das Eine würde funktionieren. Die Zukunft des Coachings ist integrativ.

Und genau dazu möchte ich Sie einladen: Lassen Sie uns das Coaching 2030 integrativ und methodenübergreifend denken. Bauen wir Brücken statt Mauern. Lassen Sie uns beginnen, Coaching nicht an Methoden, sondern an übergeordneten Wirkfaktoren auszurichten. Beginnen Sie noch heute damit, die fünf übergeordneten Wirkfaktoren erfolgreicher Veränderung zu nutzen, um Ihre Coachingkompetenz kontinuierlich zu reflektieren und zu verbessern. Denn die fünf Wirkfaktoren lassen sich leicht in eine praktische Checkliste umwandeln, die Sie nach jedem Coaching durchgehen können, um die Wirksamkeit einzuschätzen und um gleichzeitig zu erkennen, welche Wirkfaktoren Sie noch mehr trainieren und ausbauen können:

Auf einer Skala von 0 bis 10 (0 bedeutet gar nicht, 10 bedeutet voll und ganz), wie gut ist es mir in der Coachingsitzung gelungen, …

  1. … einen vertrauensvollen Kontakt zu meinem Klienten aufzubauen, sodass er/sie sich emotional geöffnet hat? (® „Therapeutische“ Allianz)
  2. … die richtigen Fragen zu stellen, um das emotionale Kernthema effektiv zu erfassen? (® Relational-motivationale Klärung)
  3. … emotionale Ressourcen bei meinem Klienten zu identifizieren und gezielt zu aktivieren, um das innere Erleben zu balancieren? (® Aktivierung von Ressourcen)
  4. … das emotionale Kernthema mit den dazugehörigen Emotionen und Körperempfindungen angemessen zu aktivieren? (® Core-Aktivierung)
  5. … dysfunktionale emotionale Blockaden punktgenau zu lösen? (® Emotionsregulation)

Ich wünsche Ihnen bei der Entwicklung Ihrer integrativen Coachingkompetenz von Herzen einen inspirierenden und berührenden Lernprozess. Die fünf übergeordneten Wirkfaktoren sind auf diesem Weg sehr nützliche Begleiter, die Ihnen die Orientierung enorm erleichtern.

Dirk W. Eilert, Jahrgang 1976, ist Experte für emotionale Intelligenz, Entwickler der Mimikresonanz®-Konzepts und des emTrace®-Emotionscoaching-Ansatzes. Als einer der führenden Emotions- und Körpersprache-Experten im deutschsprachigen Raum ist seine Expertise regelmäßig in Radio, TV und Printmedien gefragt. Dirk W. Eilert ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er lebt in Berlin und leitet dort die Eilert-Akademie, die als Lehrinstitut von der ECA (European Coaching Association) anerkannt ist. Mehr Informationen unter www.eilert-akademie.de.

 

24. November 2020 / by / in ,
Kostenloses Webinar mit“Mr. NLP“ Richard Bandler am 16.9., 20 Uhr bis 21 Uhr 30

Unsere ECA Vizepräsidentin für Österreich, Dr. Doris Ohnesorge, begrüßt am Mittwoch, 16. September 2020  einen illustren Gast in einem Webinar: Dr. Richard Bandler, einer Mitbegründer des NLP.

Das NLP-Original wird  Rede und Antwort zu den Top-Fragen des NLP stehen.  Dr. Richard Bandler ist millionenfach bekannt als Mitbegründer und Entwickler des Neuro-Linguistischen Programmierens, abgekürzt NLP. Er wird von vielen Millionen Menschen für seine Veränderungsarbeit sowohl im privaten als auch im Business Bereich geschätzt.
Das Webinar ist kostenfrei, hier geht es zur Anmeldung.

15. September 2020 / by / in ,
Anthropologe David Graeber am 2. September 2020 verstorben

Bekannt wurde er in der Coachingszene durch sein Buch „Bullshit-Jobs“ (Klett-Cotta), im Jahr 2018 auf der Shortlist der besten Wirtschaftsbücher des Jahres. Das Buch ist eine knallharte Abrechnung mit – nach Meinung des Autors – sinnlosen Berufen, die keinen gesellschaftlichen Beitrag leisten, sondern einzig nur  dazu dienen, der steigenden Komplexität Herr zu werden. Damit regte sich einiger Widerstand in der Branche. Denn „Komplexität reduzieren“ – das ist eines der klassischen Anliegen im Coaching. Die wenigsten Klienten würden wohl sagen, ein Coaching, dass sie darin unterstützt hat, Komplexität zu reduzieren und persönliche Prioritäten zu setzen, sei ein überflüssiger Bullshit-Job gewesen. Der bekennende Anarchist Graeber starb im Alter von nur 59 Jahren in Venedig.

4. September 2020 / by / in
BGH Urteil zum Thema Wettbewerb auf dem Coaching-Markt

Urteil des Bundesgerichtshofs vom 19.05.2011, Az. I ZR 147/09, endgültig rechtskräftig: Kollegen darf man nicht verunglimpfen

 (Düsseldorf, den 23. Mai 2014). Die European Coaching Association (ECA) – Verband professioneller Coachs in Europa – hat vor dem Bundesverfassungsgericht einen weiteren Erfolg gegen einen Wettbewerber erstritten.

Nachdem bereits das OLG Köln und der Bundesgerichtshof einem Wettbewerber der ECA untersagt hatten, im geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken die ECA pauschal zu verunglimpfen, hat das Bundesverfassungsgericht nun mit Beschluss vom 20. Dezember 2012, Az. 1 BvR 3122/11, die von dem Wettbewerber erhobene Verfassungsbeschwerde verworfen. Das wurde erst heute bekannt. Damit ist das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 19.05.2011 nicht mehr anfechtbar.

Der Bundesgerichtshof hat Wettbewerbern im Coaching-Markt deutlich Grenzen hinsichtlich von Äußerungen betreffend Mitbewerbern gesetzt. Mitbewerber dürfen nicht durch pauschale Äußerungen herabgesetzt und verunglimpft werden. Derartige Äußerungen sind nicht vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt. Sie sind besonders streng zu bewerten, wenn sie Wettbewerbszecken dienen. Die Äußerungen des Wettbewerbers hat der Bundesgerichtshof deshalb als unlautere und unzulässige geschäftliche Handlung qualifiziert. Das gilt nach den Feststellungen des Bundesgerichtshofs auch dann, wenn die Herabsetzung – wie hier – durch verlinkte Artikel herbeigeführt wird. Nachzulesen ist das Urteil des Bundesgerichtshofs im Volltext unter:

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=1f3302159813e691450b2e72cc4602c3&nr=58272&pos=0&anz=2

18. Juni 2020 / by / in ,
Kurzbericht und Links: 9. ECA Konferenz Coaching Planet in St. Petersburg am 14./15. März

Äusserste Flexibiliät bewiesen die Organisatoren und die Referenten der 9. ECA-Konferenz Coaching-Planet in St. Petersburg. Der Corona-Virus erwies sich im  wahrsten Sinne als Spaltpilz, verhinderte er doch bei einigen Referenten und Gästen die Einreise nach St. Petersburg und bei anderen die Abreise aus St. Petersburg.

Dabei gab es noch am Morgen des 12. März keine offiziellen Hinweise auf Reisebeschränkungen, es hieß, die Zahl der Covid 19 Fälle in Russland sei gering, Beschränkungen seien nicht zu befürchten.  Wenige Stunden später wurde der Flugverkehr zwischen Russland und sämtlichen europäischen Staaten stark eingeschränkt. Die Referenten, die bereits nach St. Petersburg angereist waren mussten sich auf der Stelle um einen Rückflug bemühen, andere konnten gar nicht erst anreisen. Auch einige Teilnehmer aus Russland wurden von den abrupt verordneten Reiseregeln an einer Konferenzteilnahme gehindert. Dem Organisationsteam der Konferenz und  den anwesenden Referenten ist es zu verdanken, dass die Konferenz trotzdem in vollem Umfang stattfinden konnte. Auf die hilfreichen technischen Möglichkeiten von Onlinekonferenzen konnte man sich in der Kürze der Zeit nicht mehr einstellen.

Den neuen lizenzierten russischen ECA Mitgliedern sagen wir an dieser Stelle ein herzliches Willkommen und herzliche Glückwünsche!

Den Organisatoren vor Ort, Dr. Werner Regen und Dr. Ada Alieva und ihrem Team sagen wir an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön und auch den Referenten, die ihr Wissen großzügig in zweiten Workshops mit uns geteilt haben. Einige Vorträge der Konferenz sind als youtube Videos zu sehen. Bitte entschuldigen Sie die Tonqualität, die dem Simultandolmetschen geschuldet ist.

Открытие 9-й Международной конференции ЕСА- Eröffnung 9. Internationalen ECA-Konferenz- 14.03.2020

П. Гестер о решениях неразрешимых вопросов с помощью модели [MATRIX]- на 9-й конференции ЕСА 2020_1 ч. (Dr. Peter Gester über die Lösung unlösbarer Fragen mit Hilfe des [MATRIX]- Modells auf der 9. ECA-Konferenz 2020- 1. Teil)

П. Гестер о решениях неразрешимых вопросов с помощью модели [MATRIX]- на конференции ЕСА 2020_2 ч. (P. Gester über die Lösung unlösbarer Fragen mit Hilfe des [MATRIX]- Modells auf der 9. ECA- Konferenz 2020- 2. Teil)

Open Space «Логистика и сбыт. Кризис продаж» Разрешение кризиса в международной компании – итоги № 1 (Open Space „Logistik und Vertrieb. Krise im Verkauf“ – Krisenlösung in einer internationalen Firma – Ergebniszusammenfassung Teil 1)

Open Space «Логистика и сбыт. Кризис продаж» Разрешение кризиса в международной компании – итоги № 2 (Open Space „Logistik und Vertrieb. Krise im Verkauf“ – Krisenlösung in einer internationalen Firma – Ergebniszusammenfassung Teil 2)

Александр Фассбендер и Вернер Реген Space, часть 1: Познавай мир по-новому – (Alexander Fassbender und Werner Regen, Space, Teil 1: Erkenne Deine Welt NEU!)

Александер Фассбендер и Вернер Реген Space, часть 2: Познавай мир по-новому (die Welt neu entdecken) – (Alexander Fassbender und Werner Regen, Space, Teil 2: Erkenne Deine Welt NEU!)

Трансформации: от основных функций мозга через психонейронные системы к изменениям. Лайэндекер, Реген (Transformation: von den Hauptfunktionen des Gehirns über psychoneuronale Systeme zu Veränderungen. Leyendecker, Regen)

 Мозг_ изменения_ цели: Вернер Реген и Алоис Лайэндекер на 9-й Международной конференции ЕСА, часть 2 (Gehirn_Veränderungen_Ziele: Werner Regen und Aloys Leyendecker auf der 9. Internationalen ECA-Konferenz, Teil 2)

Введение в нейрологические аспекты медиации и консультирования: 9-я конференция ЕСА – 13.03.20, часть 1 (Einführung in neurologische Aspekte in Mediation und Beratung: 9. ECA-Konferenz, Teil 1)

 

 

13. Mai 2020 / by / in
Nachruf auf Klaus Grochowiak – verstorben am 12. April

Wir trauern um unser Mitglied und Lehrcoach / Lehrtrainer Klaus Grochowiak. Er ist am 12. April im Alter von 69 Jahren unerwartet verstorben. Noch kurz vor seinem Tod hat er mit uns über seine Pläne für zukünftige Coachingausbildungen telefoniert.

Persönlicher Nachruf von Bernhard Juchniewicz: Klaus und ich lernten uns in den 80er Jahren bei einem Seminar von Frank Farrelly kennen. Ich war damals bereits in selbständiger Praxis als Coach tätig, hatte viele therapeutische Qualifikationen, Klaus hatte einen wirtschaftlichen Background und war als Management-Trainer tätig. Es war eine Zeit mit einem übersichtlichen Coachingmarkt, in dem sich die Akteure noch persönlich kannten und mit einem ungeheuer kreativen Potential. Als er mich fragte, ob ich an seiner erstmals von ihm angebotenen NLP-Masterausbildung teilnehmen wolle, sagte ich sofort zu, denn ich wollte gerne meine Trainer Kompetenzen weiter professionalisieren und kollegial von Klaus lernen. Klaus wurde als Lehrtrainer und späterer Lehrcoach von einer besonders intuitiven und begnadeten Lebensenergie getragen, die immer darauf ausgerichtet war, den Menschen in seiner persönlichen Entwicklung zu unterstützen, zu fördern und ihm zu größtmöglicher Lebensqualität zu verhelfen. Die Teilnehmer haben davon sehr profitiert. Klaus Grochowiak war auch ein Pionier der Coachinginterventionen und hat selbst eine große Methodenvielfalt praktiziert, die er stets weiterentwickelte in Trans-Disziplinarität. Wir verlieren mit Klaus einen besonders qualifizierten Lehrcoach und Supervisor und jemanden, der in seiner langjährigen Berufstätigkeit umfassendes Wissen vermittelt und transformiert hat.
Ich bedaure sehr, dass er so früh von uns gegangen ist und bin in Liebe mit ihm verbunden.

Danke lieber Klaus, dass Du Dich so engagiert unserem Berufsstand gewidmet hast. Unser Mitgefühl gilt seiner Lebensgefährtin Dr. Susanne Lapp, an deren Akademie „Wildwechsel“ er zuletzt als ECA Lehrcoach tätig war.

29. April 2020 / by / in
Online-Weiterbildungskongress Emotionscoaching am 1. und 2. Mai

Für Kollegen, aber auch für interessierte Kunden findet vom 01. bis zum 02. Mai der online-Kongress „Emotions for a Change“ statt. Mit 16 Referenten und einem Themenspektrum rund um Gesundheit, Gehirnforschung, Emotions-Management und Zuversicht. Ein Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten des Emotions-Coachings mit wingwave®. Freuen Sie sich auf kurze Online-Einheiten per Videochat mit Vorträgen, Fallbeispielen und Inhalten zu Emotionspsychologie und Gehirnforschungs-Themen. Unter den Referenten sind zahlreiche ECA-Kolleginnen und Kollegen. Die Teilnahme kostet 40€ für zwei Tage. Anmeldung bis zum 30. April noch möglich.

28. April 2020 / by / in
Die 5 Schritte der Begeisterung für Online-Coaching

Wie wir die Chancen der neuen Zeit mit Begeisterung beleben – Ein Blogbeitrag von Gerhard Gigler

Ausgangssituation

In letzter Zeit sind mir oft Sätze begegnet, wie:
„…leider können wir uns ja jetzt nur Online treffen…“, „…es ist schade, dass echte Treffen nicht möglich sind…“, „…wir müssen uns halt jetzt damit erstmal begnügen…“, „…lieber warte ich noch, weil nur Livetreffen wahrer Kontakt ist…“, „…ich bin ein kinästhetischer Typ, mir fehlt das Wesentliche von Begegnung…“, „…nur auditiv in Videocalls, ist nix für mich…“, „…Rapport ist über Videokonferenzen schwer herzustellen…“ u.v.a.m.

Ich stelle fest, dass sich all diese Äußerungen am Mangel aufhängen und einem alten Kontext und alten Bedingungen nachhängen. Zudem sind all die trancesprachigen Aussagen Autosuggestionen, die eher eine Opfermentalität betonen, die erstmal handlungsinaktiv machen oder mit „angezogener Handbremse“ operieren.

Als Techniklaie kann ich all das verstehen. Und dennoch:
Die veränderte Zeit ist mehr als nur eine Wartezeit und wer sich mit der Warteschleife der Opferhaltung und den dahinterstehenden einschränkenden Beliefs zufriedengibt, wird die vielen Vorteile einer Online-Beratung nicht kennenlernen oder eben nur gebremst. Und das wird ebenso einen Erfolgsmangel erzeugen, wie eine Haltung als Berater, die sagt „…na, probieren wir halt mal, aber wirken wird das eh nicht so richtig…“. Klar ist: so funktioniert Beratung nicht! Denn solche Self-fullfilling-prophecys wirken!

Neue Begeisterung für Online-Beratungen

Neben so manchen Nachteilen, hat Online-Beratung auch viele Vorteile und um diese kennenzulernen, ist es wichtig sich auf den Weg zu machen, um alte Gewohnheiten zu überwinden und den neuen Kontext nicht nur wahrzunehmen, sondern sich auch für das Neue begeistern zu lassen. Wer glaubt, dass diese Zeit nur eine vorübergehende sein wird, irrt möglicherweise. Günstiger erscheint es mir, Online-Coachings und -Beratungen als zweites gleichberechtigtes Standbein neben Präsenz-Coachings und –Beratungen zu sehen. Damit tut man allen Beteiligten Gutes und kann mit Formaten jonglieren und förderliche Settings erzeugen.

Dass nicht für alle die günstigen Voraussetzungen gegeben sind, die in den nachfolgenden Schritten beschrieben sind, ist klar. Die Schritte wollen lediglich den Blick in eine neue Richtung lenken. Was davon für den einzelnen möglich ist und sich realisieren lässt, bleibt Alltagsaufgabe.

Schritt 1: „Glaub nicht alles, was du denkst“ oder: „Sei Beliefs-Architekt“

Seit über 30 Jahren bin ich in ca. 5000 Stunden reiner Ausbildungszeit (ohne Fortbildungsmaßnahmen) in psychokommunikativen Verfahrensweisen wunderbar ausgebildet worden und zudem auch mit Basic-Beliefs konfrontiert worden, die ich natürlich auch als eigene Überzeugungen akzeptiert habe. Beispielsweise: „Guter Kontakt braucht ein gutes Wahrnehmen der gesamten Person… persönliche Begegnung von Auge zu Auge… direkte Blickkontakte… körperliche Nähe…“ u.v.a.m. Ich halte diese Beliefs nicht für falsch, merke aber, dass sie im derzeitigen Kontext auch im Wege stehen können.

Wahrnehmung geht auch ganz anders, energetisch, feldorientiert, quantenpsychologisch. Sogar ohne sich zu sehen, können wir uns spüren, wahrnehmen, auf anderen Ebenen einfühlen und weiterentwickeln. Kinästhetische Begegnung hat so viele Fasern, dass wir uns nicht auf die bisher üblichen beschränken sollten, sondern auf neue Entdeckungsreisen machen dürfen. Die bisherigen Beliefs können wir gerne daneben stellen und dienen uns weiterhin, wenn der Kontext diese braucht. Deine neue Beliefs-Architektur planst du individuell und könnte Sätze beinhalten, wie: „…Kontakt ist multidimensional und läuft über Kanäle, die wir mit Neugier entdecken dürfen…, auch über weite Distanz können wir uns wahrnehmen, ohne uns live zu sehen…, Rapport ist mehr, als pacing und leading auf der Verhaltensebene und in seiner Vielschichtigkeit richtig spannend…“ u.v.a.m.

Schritt 2: „Freue dich an der Begegnungsintensität von Home-Office zu Home-Office“

Natürlich sind wir es gewohnt, den eigenen Beratungsraum vorzubereiten und anzubieten, so wie wir das für richtig halten und diesbezüglich sind uns unterschiedliche Anker auch dienlich, um die Rollenklarheit etc. zu betonen. Zumindest die gleichzeitige Präsenz in einem – für alle sichtbaren und spürbaren – gemeinsamen Raum bietet eine gewisse Sicherheit und auch Kontrollmöglichkeit für das, was in diesem Raum sich abspielt. Von Home-Office zu Home-Office entzieht sich uns die Kontrolle über den anderen Raum einerseits, zum anderen lassen wir dadurch auch den Klienten frei und schenken uns gegenseitig einen Freiraum, der neue Trigger auslöst. Progressive Ideen können sich in diesem Freilassen entfalten und zugleich ist es auch ein Zeichen von Vertrauen sich gegenseitig ins eigene Home-Office einzulassen. Der Kontrollprozess in einem Raum hingegen, kann auch regressivere Anker der Vergangenheit auslösen. Das Freilassen macht hingegen selbstbestimmter. Der andere könnte mit einem Knopfdruck die Verbindung unterbrechen. Dies erscheint bedrohlich und bietet zudem eine selbstverantwortliche  Bühnenszenerie. Das häusliche Umfeld bietet zudem die Möglichkeit (wenn diese eben gegeben sind) sich ganz eigene heimelige Ressourceplätze zu schaffen und die sofortige Integration des erarbeiteten Inhaltes in die eigene Umgebung. Ein Verankern finden auf dieser Ebene ganz automatisch statt.

Schritt 3: „Buddy-Work kann Experimentierräume eröffnen“

Im eigenen beruflichen oder häuslichen Umfeld zu sitzen, während eines Beratungsprozesses, braucht Störungsfreiheit – ganz klar. Darum muss sich jeder beteiligte selber kümmern und sehen, was zu realisieren ist. Allerdings bedeutet dies zudem auch die Möglichkeit andere Personen in bestimmten Phasen als Buddy hinzuzuziehen.

Es ergeben sich so manche neuen Möglichkeiten, um einen Buddy zu befragen, ihn zu Experimenten hinzuzuziehen, ihn zu Rate zu ziehen u.v.a.m. Unterschiedliche Methoden hierzu haben wir entwickelt und können in der Selbstentwicklung einen spannenden Experimentierraum eröffnen.

Zudem können plötzlich und unkompliziert Personen hinzugeholt werden, die z.B. bei Systemischen Aufstellungsarbeiten als Repräsentanten wirken können. Dies ermöglicht bei verdeckten Aufstellungen ein wunderbares neues Coachingsetting, das so unkompliziert nur Online ermöglicht werden kann.

Auch der Raum der Wertschätzung durch das unkomplizierte Hinzuholen Vieler ist unermesslich neu und hoch.

Schritt 4: „Verstehe, dass Technik Energie ist, die dich automatisch weiterentwickelt“

Natürlich ist es erstmal ungewohnt für den Techniklaien, der auch ich bin. Dennoch bietet Technik immer neue Möglichkeiten, die meinen eigenen Kreativitätsraum pushen können, mich zum Weiterentwickeln einladen, die Verbindung mit anderen Entwicklern ermöglicht und zugleich auch mitspielt. Immer wieder haben wir es nämlich erfahren, dass die Technik „richtig und angemessen“ reagiert, wie der Therapiehund, der an der richtigen Stelle unruhig wird, aufsteht, geht, tröstet. Nahezu unglaublich sind die Beispiele und eher esoterisch wirkend und gleichzeitig so faszinierend. Wenn z.B. der Repräsentant für das Element „Stille“ das Micro nicht mehr öffnen kann und sich nur noch schreibend im Chat beteiligen kann. Oder wenn der Repräsentant für das Element „alles läuft weiter wie vor Corona“ plötzlich sagt: „Entschuldigt bitte, macht bitte erstmal ohne mich weiter, denn meine Maus funktioniert gerade nicht, ich steige später wieder ein.“

Schritt 5: „Sei begeistert von der unerschöpflichen Flexibilität deines Inneren Coachs“

Nahezu unerschöpflich erstaunlich sind die Erfahrungen, die wir mit unserer Inneren Führung, unserer Inneren Weisen Gestalt oder wie wir sagen unserem Inneren Coach machen können.

Er hält alle Ressourcen für uns bereit und agiert neu und kreativ auf jede neue Erfahrung, auf jeden neuen Kontext. Er lässt sich nicht einengen durch die Generalisierung von alten Erfahrungen und sucht immer wieder positive hilfreiche Absichten hinter den unterschiedlichen neuen Begebenheiten. Er kooperiert mit dem Neuen, da seine Tricksterfunktion Irritationen und Polyvalenzen liebt und lineare Gleichtönigkeit ablehnt.  Entdecke deine eigene kreative Schöpferkraft im Vertrauen zu deinem eigenen Inneren Coach, deiner eigenen Inneren Führung und lass dich auf neue Wege ein.

Mit all diesen Anmerkungen der 5 Schritte möchte ich den Fokusraum positiv einstellen und jeder Leser wird eigene Erfahrungen machen und noch vieles selber entdecken und könnte dies dem Beitrag hinzufügen. Wichtig ist mir den positiven Raum zu öffnen, damit wir die Situation annehmen lernen, wie sie ist, und zwischen Coach und Coachee nicht eine Mauer von hinderlichen Beliefs stellen, die der Beratungstätigkeit nicht zuträglich sind, sondern sogar hinderlich. Damit möchte ich auch die Diskussion und die Weiterentwicklung unserer fantastischen Möglichkeiten, die sich uns derzeit bieten, anregen.

Ein Beitrag von Gerhard Gigler:  INTAKA-Akademieleiter (www.intaka.de),  Vizepräsident bei der ECA European Coaching Association. Er hat seit dem Ausbruch der Corona -Krise bereits zahlreiche digitale Angebote für seine Akademie erstellt und in wenigen Wochen umfangreiche ERfahrungen gesammelt.

Foto: (c) Pixabay – Tumisu

27. April 2020 / by / in
Buchempfehlung: Körpersprache entschlüsseln und verstehen von Dirk Eilert

Es entbehrt ja nicht einer gewissen Ironie, dass wir die Box „Körpersprache entschlüsseln und verstehen“ von Dirk Eilert just an dem Tag erhalten haben, an dem in Deutschland das Tragen eines Mund-Nasenschutzes in im ÖPNV und in Läden verpflichtend beschlossen wurde. Schlechte Zeiten für Mimikleser, wenn drei Viertel des Gesichts bedeckt sind, könnte man meinen. Aber die gute Nachricht: Mimik erkennen kann man auch trotz Mund-Nasen-Maske. Schliesslich beschreibt und analysiert die Mimikresonanz-Profibox 130 nonverbale Signale der Mimik, des Körpers und der Stimme, die betreffen also längst nicht alle nur die Signale um Mund und Nase. Und es ist durchaus spannend, einmal darauf zu achten, welche körpersprachlichen Signale wahrnehmbar sind, wenn man z.B. nicht am Mund ablesen kann, ob das Gegenüber lächelt.

Aber ganz von Anfang an: Dirk Eilert hat sich kein geringeres Ziel gesetzt, als den Menschen in seiner Ganzheit besser verstehen zu können und dazu die komplette Körpersprache, des komplette Bewegungsverhalten des Menschen zu vermessen. Herausgekommen ist nach jahrelanger Arbeit die nun vorliegende Box mit dem Titel „Körpersprache entschlüsseln und verstehen“. Darin enthalten die Erkenntnisse aus über 1200 wissenschaftlichen Studien aus dem Bereich der nonverbalen Kommunikation, mit leichter Hand vermittelt von einem Kommunikationsprofi, kombiniert mit Erfahrungsberichten aus der persönlichen Praxis und reichlich unterhaltsamen Bonusmaterial.

Jedes körpersprachliche Signal ist auf einer Karte mit allen Merkmalen und einem Foto ausführlich beschrieben. Wir lernen, wie man das Signal erkennt, wie es auf andere wirkt, in welchen Kontexten es in der Regel auftaucht und was es möglicherweise ausdrücken könnte. Mittels eines QR Codes haben wir Zugriff auf umfangreiches Bonusmaterial in Form von Videos. Zusätzlich liegt eine ausführliche „Gebrauchsanweisung“ für den Umgang mit der Box und den korrekten Wissenserwerb bei. Zur Einstimmung ins Thema kann man sich – ebenfalls mittels QR-Code – einen Podcast, gesprochen von der deutschen Synchronstimme von Daniel Craig herunterladen.

Insgesamt ist die Box eine tolle Synthese zwischen analogem und digitalem Lernen und ein gigantischer Wissensfundus. Durch die Karteiform ist eine spielerische Annäherung an das Thema möglich und man kann die Karten z.B. einzeln im Coaching verwenden.

Womit wir bei der Zielgruppe wären: Für wen eignet sich die Profibox? Salopp gesprochen natürlich gemäss dem Ziel des Autors für alle, die Menschen besser verstehen wollen. Denn sie ist verständlich und unterhaltsam geschrieben. Eine Bereicherung ist sie vor allem für Menschen, die in der Beratung tätig sind, im Training und Coaching, aber auch für alle psychosozialen Berufsgruppen z.B. für die  Arbeit mit Menschen, die in ihren verbalen Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkt sind. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind z.B. Verkauf und Vertrieb und Schule. Zu bestellen z.B. bei Junfermann direkt oder im örtlichen Handel.

23. April 2020 / by / in
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