Bericht vom ersten ECA Diplomlehrgang an der Universität Sopron in Ungarn

Bericht vom ersten ECA Diplomlehrgang an der Universität Sopron in Ungarn

In Ungarn ist aufgrund einer Gesetzesänderung seit Kurzem die Ausbildung von Coaches nur noch an Universitäten möglich. Schon seit der ersten Etablierung von Coachingausbildungen in Ungarn Mitte der 2000er Jahre haben ungarische Universitäten einen Anspruch auf die Deutungshoheit im Coaching erhoben. Nun ist es ihnen gelungen, diesen Anspruch gesetzlich zu verankern. Nach wie vor ist es aber so, dass an den Universitäten die Kompetenz für die praktische Weiterbildung von Coaches gar nicht vorhanden ist. Die ECA hat daher eine Kooperationsvereinbarung mit der Universität in Sopron getroffen, um theoretische und praktische Kompetenzen zusammenzuführen und die Weiterbildung dort auf international hohem Niveau durchzuführen. Eine weitere Universitätskooperationen mit der Universität in Debrecen wird gerade vereinbart.

Durchgeführt wird die Weiterbildung vom ECA anerkannten Lehrinstitut Dr. Bodó Training and Consulting Ltd, dass auf die stolze Zahl von rund 300 Weiterbildungsabsolventen in Ungarn seit 2007 zurückblicken kann, zusätzlich zu einer langjährigen Tätigkeit als Business Coaches in der freien Wirtschaft.

Im Jahr 2021 startete die erste Gruppe der Business und Mangement Coach Ausbildung an der ungarischen Universität Sopron. Es handelt sich um einen Zweitdiplomlehrgang, entstanden aus Kooperation der ECA mit der Universität Sopron. Teilnahmeberechtigt sind also nur Personen, die bereits ein Bachelor oder Masterdiplom haben.

Geleitet wird der Lehrgang von den in Österreich lebenden ECA-Lehrcoaches Valéria Dr. Bodóné Horváth und Dr. Peter Bodó und von der Universitätsdozentin der Wirtschaftsfakultät Uni Sopron Dr. Andrea Kópházi.

 

Die Teilnehmerin Beatrix Szilvagyi schildert ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Studium (sie ist ungarische Muttersprachlerin und spricht ausgezeichnet Deutsch, wir veröffentlichen ihn im Folgenden unbearbeitet):

Im Frühjahr 2021 eröffnete die Universität Sopron (Ungarn) ihre Türe für Interessenten, die Business Coaching studieren möchten. Der erste Jahrgang steht bereits vor der Diplomprüfung, welche im Jänner 2022 stattfinden wird. Aber was geschieht bis dahin? Wie sieht der Studienplan aus? Was und wie kann hier genau studiert werden?

Das Studium begann im März mit Wirtschaftsfächern wie strategisches Management, Human Ressource Management, Geschäftsplanung, Rechnungswesen, Business- und Führungskommunikation, sowie Führungskraft- und Organisationsförderung. Neben diesen stark Business orientierten Themen begann bereits die Lehre der Grundkenntnisse von Coaching. Obwohl wegen der Pandemie die persönliche Teilnahme am Unterricht nicht möglich war, konnte der Wissensdurst – dank der Flexibilität der Universität – ohne Probleme gestillt werden.

Im zweiten Semester war schon die persönliche Teilnahme am Unterricht möglich, was auch für die Studierenden aus mehreren Hinsichten wichtig war. Der Fokus in diesem Semester richtete sich nämlich ausschließlich auf die Themen von Coaching und auch auf das Erlernen praktischer Coachingtechniken, und somit auch auf konkrete und viele Übungen. Themen wie Einzel- versus Teamcoaching, Ablauf eines Coachingprozesses, Kompetenzen eines Coaches, konkrete Methoden, Modelle und Tools wurden den Studierenden unterrichtet.

Da Coaching eine verantwortungsvolle und komplexe Arbeit ist, lag die Betonung auch auf Übungen im Geschäftsleben: jeder Student musste zwei vollständige Coachingprozesse durchführen, diese dann schriftlich protokollieren. Wegen der Komplexität von Coaching kamen natürlich sehr viele praktische Fragen zum Vorschein, die von den seit Jahrzehnten praktizierenden ECA-Lehrcoaches Frau Dr. Valéria Bodó und Herrn Dr. Peter Bodó beantwortet wurden. Neben dieser vollzeitigen Unterstützung nahmen die Studierenden auch an sogenannte Peer-Gruppensitzungen teil. Dies ist eine Art Zirkel für das Selbststudium gewesen. Schon am Anfang des Studiums wurden Kleingruppen (=Peergruppen) gebildet, die sich regelmäßig trafen und dabei konkrete, praktische Fragen gemeinsam bearbeiteten.

Die befragten Studenten erwähnten noch, dass ein weiterer Vorteil des Studiums ist, an einer professionellen Weiterbildung teilnehmen zu können, wobei neben den hohen Fachkenntnissen auch die unterstützende Einstellung und die gleichrangige Kommunikation der Professoren hervorzuheben sind.

 

 

23. November 2021 / by / in
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